Suche nach Gefühl, nach Wünschen, nach Worten, um beides auszudrücken. Suche in der Sonne und im Sternenhimmel, durchschaue die Natur nach Blättern voller Hoffnungsgrün, sehe Farben, doch freuen sie mich nicht. Suche nach Meer, tiefblau das berührt und beruhigt und leise rauscht "Es ist ok". Suche Lachen, dass sich im Nebel verlor und Tränen, auf Tau, von der Sonne weggetrocknet, ausgetrocknet, mein verbranntes Herz. Suche nach der neuen Frische, die der Frühling verheißt, schenkt, übervoll austeilt an Orten, Plätzen, Wegen - nicht auf meinem Weg. Suche nach dem Neu des Monats Mai, finde nur die Wüste dürrer Wintermonate in mir. Will zurück zu dir und zu mir. Suche dich und mich, im Heute, im Morgen, doch finde ich nur im Gestern. Ich suche nach Worten, Worten, Worten, die meine Welt beschreiben, verändern können. Suche nach Gebeten, die mehr als ehrlich sind.
die limone - 12. Mai, 22:41
Töpfern
Glas ist nicht wie Ton,
fällt es auf den Boden,
zerschellt, zerklirrt,
zerbricht es,
nicht nur in zwei,
meist in Tausenderlei.
Es kann nicht mehr,
erhitzt, geschmolzen,
zerschmolzen
und dann neu
gedreht, gewirkt,
getöpfert werden.
Es ist vorbei.
Es zerbricht,
in Tausenderlei
Nicht nur in zwei.
Es zerbricht,
zerschellt, zerklirrt
Und wird nie wieder neu
Schon gar nicht heil.
Es zerbricht,
egal wie fein
es vorher geschliffen war.
die limone - 6. Mai, 21:29
Er hatte eine Art zu reden, wie niemand anderes redete. Schnell und rücksichtslos ging er über die Worte seines Gegenübers - ihre Worte - hinweg. Er hatte eine Art zu schweigen, wie niemand anderes schwieg. Hart und unerbittlich, das Schweigen der anderen - ihr Schweigen - hörte er nie. Er hatte eine Art zu lieben, wie niemand anderes liebte. Ganz und bedingungslos, brauchte er doch die Liebe der anderen - ihre Liebe - auf. Er hatte eine Art zu hassen, wie niemand anderes hasste, blind und grundlos gegen die Menschheit - und deswegen auch gegen sie. Er liebte sie, wie niemand anderes sie je geliebt hatte und er tat ihr weh, wie ihr noch niemand anderes weh getan hatte. Und weil sie mit ihm nicht leben konnte, aber ohne ihn auch nicht, hatte sie keine andere Wahl, als innerlich zu gehen und dann ging er. Und sie war allein, wie sie niemals gedacht hätte, allein sein zu können und von der einen Medaille sah sie niemals mehr die andere Seite.
die limone - 11. Apr, 22:38
"April, der grausamste Monat, er treibt Flieder aus toter Erde, er mischt Erinnern und Begehren, er weckt dumpfe Wurzeln mit Lenzregen"
T.S. Eliot
die limone - 11. Apr, 22:09
Albert Einstein beschäftigt mich ja im Zuge des Einsteinjahrs schon etwas länger. Gerade habe ich ein weiteres Zitat von ihm gelesen: "Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt." Ich finde, er hat recht. Ich fände es auch schöner, das Auto, dass ich mir jetzt kaufen werde, lieber geschenkt zu bekommen.
die limone - 15. Feb, 11:35
Versuche mich derzeit in haikus dichten. Nach ein paar kläglichen Anfängerversuchen hier nun mein erstes ganz passables Gedicht - anlässlich des Fußball-Skandals um Robert Hoyzer:
Ein Fussball-Haiku
Falsches Foul im Strafraum
Der Schiri gibt den Elfer
Top, die Wette gilt
die limone - 13. Feb, 14:55